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Politische Konvergenz

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Politische Konvergenz: Obama, NGO’s und arabischer Frühling

(c) Gerd Altmann/pixelio.deDie Macht des Web 2.0 in der Realpolitik ist wohl kaum noch zu ignorieren, eine weitere neue Form der Konvergenz: das Web 2.0 macht Realpolitik.

In Deutschland zeigen ganz aktuell die Piraten, dass das Internet mehr ist als eine Spielwiese für Nerds. Allerdings sind wir noch weit weg von einer Kampagne ala Barack Obama 2008, wobei hier sicher auch die Neugier auf das Neue mit zu dem Erfolg der sozialen Netzwerkkampagnen geführt hat. Jeder der jetzt damit anfängt, wird nicht mehr die gleiche Aufmerksamkeit erhalten, nur weil jetzt „sozial“ gehandelt wird.

Allerdings gibt es immer ausgefeiltere Tools, die politische Kampagnen unterstützen sollen, aber auch NGO’s und politische Aktivisten können inzwischen auf open source Tools zugreifen, um nicht nur zu kommunizieren, sondern auch um zu organisieren. Beispiele hierfür sind z.B. „Tactical Technology Collective“ (http://www.tacticaltech.org/) oder „Ushahidi“ (http://ushahidi.com/), tatsächlich entwickelt sich hier gerade ein echter neuer Markt für Dienstleister, die NGO’s eine Full-Service Web 2.0 Kampagnenplanug anbieten. Wie soll man so etwas moralisch beurteilen? Sicher schön wäre es, wenn solche Angebote nicht notwendig wären und das ganze aus Idealismus geschehen würde, aber andererseits ist eine Professionalisierung von NGO’s notwendig um sich gegen die professionellen Meinungsmacher halten zu können.

Bleibt noch der „nicht organisierte“ politische Widerstand, wie wir ihn beim arabischen Frühling in diesem Jahr erlebt haben, aber auch bei Stuttgart 21. Hier waren und sind soziale Informationsdienster wie Facebook und Twitter inzwischen nicht mehr wegzudenken und mit Youtube-Videos kann man eine breite Öffentlichkeit abseits der offiziellen Medienberichterstattung (die natürlich gerne übernimmt) erreichen. Für mich ist es nur eine Frage der Zeit, wann es die ersten Apps gibt, die Facebook und Co so weit instrumentalisieren, dass sie auch für die Strasse eine komplette Revolutionsplanung anbietet. Vielleicht weniger aus kommerziellen Interessen heraus, sondern vielmehr aus einer open source Bewegung, die sich engagiert.

Für mich stellt sich immer mehr die Frage, wie die Demokratie in 20 Jahren aussieht, werden wir noch eine reine repräsentative Demokratie haben, oder überhaupt noch brauchen. Aber unabhängig davon wird sich Politik ändern müssen. Politik wird immer transparenter und Meinung wird nicht mehr über Politiker-Statements gemacht, sondern Crowd-Wisdom im Netz gebildet. Ob ich das will? Ich weiss es nicht, aber ich möchte es versuchen.

(Bild: Gerd Altmann/pixelio.de)

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