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Ökonomie 2.0

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Ökonomie 2.0

(c) Gerd Altmann/pixelio.deMit „Betterness: Economics for Humans“ stellt Umair Haque einen interessanten neuen Ansatz für die Triebkraft der Wirtschaft im 21. Jh. vor, nicht mehr das klassische Gewinnstreben wird die Wirtschaft – seiner Meinung nach – antreiben, sondern viel mehr „Betterness“. Das Streben nach Profit ist dabei nur noch ein Teilaspekt, andere Aspekte sind Zufriedenheit, Gesundheit, et.al. also weiche wenig quantitativ messbare Größen. Er bringt dafür auch Beispiele an von Firmen, die bereits diesem neuen Paradigma in Teilen folgen und stellt den jeweiligen Leitsätzen die Leitsätze klassischer Firmen gegenüber. Die Unterschiede sind wirklich deutlich und die Abhandlung regt zum Nachdenken an. Vielen Aspekten kann man leicht folgen, allerdings darf man durchaus in Frage stellen, ob sein neues ökonomisches  Paradigma wirklich global und über alle Branchen hinweg tragbar ist. Hier hat er ein sehr optimistisches Menschenbild, sicher bildet sich mit dem Internet und den sozialen Medien eine neue globale Kultur, die Einfluss auf Wirtschaft und Politik ausübt, wie es vorher noch nicht vorgekommen ist, allerdings halte ich ihm hier gerne Brecht entgegen: „Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral“.

Haque bezeichnet diesen Einfluss als „Ultracompetition“ und die mitspielenden Parteien als „counterorganisations„, diese sind nicht mehr unbedingt klassische Konkurrenz um Märkte und Marktanteile, können aber durch ihren Einfluss Märkte so stark beeinflussen, dass Firmen Marktanteile verlieren können. Neu ist das nicht, Kundenboykotte gab es auch früher schon, allerdings ist es heute sehr viel leichter diese global zu organisieren und durch die neuen Informationsmedien sind viele Menschen weltweit auch sehr viel besser informiert. Haque gibt auch Hinweise darauf, wie eine Transformation zu einem „Betterness“-Unternehmen aussehen kann und in durchaus verständlicher Art und Weise.

Haque vermeidet aber Web 2.0 oder soziale Medien in seiner Argumentation, was logisch ist, denn diese sind eigentlich weder Ursache noch Treiber dieses neuen Paradigmas, sondern nur Symptome, die dieses neue Paradigma unweigerlich hervorbringt, die dieses aber auch verstärken. Insofern komme ich hier wieder mit meinem Thema der Konvergenz, hier sind soziale Medien ein Mittel den Paradigmenwechsel zu befördern und neue Counterorganisations zu schaffen und bestehende zu stärken.

Unabhängig ob man an diesen Paradigmenwechsel glaubt oder nicht, viele Feststellung sind sicherlich richtig und über die Schlussfolgerungen sollte man nachdenken, vielleicht kommt ja die eine oder andere eigene Erkenntnis oder Idee dabei heraus.

(Bild: (c) Gerd Altmann/pixelio.de)

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